Sonntag, 10. März 2013

44 Jahre Woodstock - 1

Vor 44 Jahren, vom 15. bis 18. August 1969, fand in der Gemeinde Bethel bei New York das inzwischen legendäre Woodstock-Musikfestival statt. Die ursprüngliche Idee hinter dem Festival war rein kommerziell: Der junge Musikproduzent Mike Lang wollte mit den Einnahmen des Festivals die Gründung eines Aufnahmestudios in Woodstock im Bundesstaat New York finanzieren, in dem gegen Ende der 1960er viele Stars wie The Band und Tim Hardin lebten. Sein Nachbar Artie Kornfield arbeitete bei Capitol Records und half ihm dabei, zwei junge Unternehmer aus New York City für die Idee zu gewinnen und mit ihnen Woodstock Ventures zu gründen. Das Festival sollte zusätzlich zu den Kosten für das Aufnahmestudio noch Gewinn abwerfen.

Ursprünglich war die Veranstaltung in Woodstock geplant gewesen, musste dann aber nach Protesten der Dorfbevölkerung auf ein 243 Hektar großes Gelände des Farmers Max Yasgur (1919-1973) in White Lake bei Bethel, ebenfalls im Bundesstaat New York gelegen, ausweichen. Bethel liegt ca. 150 km von New York entfernt und hatte damals weniger als 4000 Einwohner. Yasgur erhielt für die Dauer des Festivals 50.000 US-Dollar Miete, wurde aber am 7. Januar 1970 von seinen Nachbarn auf 35.000 Dollar wegen durch Konzertbesucher verursachter Schäden an deren Eigentum verklagt.


Freitag 15.08.1969

Um 17:07 Uhr eröffnete der bis dahin recht unbekannte Folk-Musiker Richie Havens das Festival. Er sprang für Sweetwater ein, die noch nicht eingetroffen waren. Havens erhielt die ganze Zeit über Beifall und spielte so viele Zugaben, bis ihm die Songs ausgingen. Da entschloss er sich dazu, eine Version des Spirituals "Motherless Child" zu improvisieren, der er eine Strophe mit dem ständig wiederholten Wort "Freedom" hinzufügte. Der Song wurde ein internationaler Hit.
Anschließend folgte ein sehr spontaner Auftritt von Country Joe McDonald. Er hatte erst während Havens Auftritt erfahren, dass er einen Soloauftritt haben würde. McDonald war eigentlich nur als Zuschauer gekommen, war von der riesigen Menschenmasse ziemlich schockiert und wäre an einem späteren Tag mit seiner Band Country Joe and the Fish aufgetreten. Nachdem er den Organisatoren gesagt hatte, dass er keine Gitarre dabei habe,besorgte man ihm kurzerhand eine Yamaha FG 150 und schickte ihn damit auf die Bühne. McDonald stellte während der ersten vier Lieder fest, dass ihm die Menge nicht zuhörte und fragte Wavy Gravy, ob er die "F-Stimmungsprobe" machen dürfe. Dieser meinte, dass ihm ja eh keiner zuhören würde und es deshalb keine Rolle spiele. Also rief Joe der Menge zu: "Gebt mir ein F". Plötzlich verstummten sämliche Unterhaltungen und die Menge schrie ihm ein lautes "F" entgegen. Als er mit den restlichen Buchstaben "U", "C" und "K" fertig war, begann er seinen Hit zu spielen, den "I-Feel- Like-I’m-Fixin’-to-Die-Rag" und beendete damit seine Performance letztendlich doch erfolgreich. Es heisst, dass ihm während dem ganzen Auftritt nicht bewusst gewesen sei, dass er gefilmt wurde.

Richie Havens


Country Joe McDonald

 Auch der nächste Auftritt von John Sebastian war improvisiert. Er wurde von Wavy Gravy hinter der Bühne entdeckt, obwohl er überhaupt nicht für das Festival gebucht worden war. Sebastian trug wilde Bindebatik-Kleidung und war laut Berichten durch Drogeneinfluss dermaßen abwesend, dass er nicht in der Lage war, die Aufforderung abzulehnen. Als er die Bühne betrat, wies er die Menge an, "einfach jeden um sich herum zu lieben und auf dem Heimweg ein wenig Müll mitzunehmen". Sein kurzer Auftritt mit einer Art Rap, die infolge seines psychedelischen Zustands beinahe eine Parodie einer Hippie-Unterhaltung darstellte, wurde von der Menge begeistert angenommen.
Inzwischen waren Sweetwater per Helikopter zusammen mit Swami Satchedananda eingeflogen worden. Sie hielten Woodstock für ein weiteres simples Festival und waren ebenfalls von der Menschenmenge schockiert. Ihre Instrumente waren bereits vor Havens Auftritt aufgebaut worden, jedoch hatte nie ein Soundcheck stattgefunden. Sie spielten ihr 45-minütiges Set und waren mit ihrem Auftritt sehr unzufrieden.
Anschließend begann es zu regnen und Bert Sommer hatte seinen Auftritt zusammen mit seiner Studiogitarristin Ira Stone. Sie spielten 10 Lieder, darunter das Simon&Garfunkel-Cover "America" und "Jennifer". Letzteres hatte Sommer über Jennifer Warnes geschrieben, die er von Hair aus Los Angeles kannte.

 John Sebastian

Mit dem Einbruch der Dämmerung folgte der Auftritt von Tim Hardin, der zu dieser Zeit in Woodstock lebte und dessen Karriere sich bereits dem Ende zu neigen schien. Er und seine Band spielten Songs wie "Misty Roses" und "If I Were A Carpenter". Bei letzterem brach an mehrern Stellen seine Stimme, was wahrscheinlich am starken Drogeneinfluss lag.
Anschließend kam George Harrisons Mentor, der indische Sitarspieler Ravi Shankar auf die Bühne, der vor Woodstock bereits beim Monterey Pop Festival aufgetreten war. Woodstock war sein letztes Konzert auf Festivals dieser Art, da er den offenen Drogenkonsum der Hippies und ihre Einstellung gegenüber Indien, die sich z.B. in Kamasutra-Partys mit Haschisch ausdrückte, immer stärker mißbilligte, was er auch offen sagte. Gegen 22:30 sah er sich genötigt, den Autritt wegen des Einsetzens von starkem Regen abzubrechen.
 Nach ihm hätte eigentlich die Incredible String Band auftreten sollen, weigerte sich aber, im Regen aufzutreten. An ihrer Stelle trat die damals 22-jährige Folk-Sängerin Melanie Safka auf, die nach eigener Aussage den Eindruck hatte, dass sie scheinbar die einzige war, die nicht unter Drogeneinfluss stand. Sie kannte zwar alle Künstler aus den Medien, hatte aber keinen davon jemals aus der Nähe gesehen. Nicht nur deshalb trat sie mit starkem Lampenfieber auf. Sie spielte ihre beiden Lieder "Beautiful People" und "Birthday Of The Sun", während das Publikum in der Dunkelheit Kerzen im Takt der Musik bewegte, die zuvor ausgeteilt worden waren. Diesen Moment hielt sie später im Lied "Lay Down (Candles in the Rain)" fest, das im folgenden Jahr bis auf Platz 4 der US-amerikanischen Charts kam.

 Melanie Safka

Danach trat der ebenfalls aus dem Folk-Bereich stammende Künstler Arlo Guthrie auf, bei dem es sich um den Sohn des legendären Woody Guthrie handelt. Er spielte Bob Dylans "Walking Down the Line", "Amazing Grace" und seinen Song "Coming Into Los Angeles", bei dem er kurz von einer Ansage durch Jerry Garcia unterbrochen wurde. Der Auftritt des offensichtlich auch unter Drogeneinfluss stehenden Arlo Guthrie enthielt unter anderem auch einen Monolog über etwas, das mit einem Pharao zu tun hatte, wie sich ein Zuschauer erinnert. Außerdem prägte er mit seinem "New York State Throughway Is Closed, Man" einen der wichtigsten Sätze des Festivals.

 Arlo Guthri
Höhepunkt und Headliner dieses Abends war Joan Baez, die vor ihrem Auftritt bereits 40 Minuten auf der freien Bühne gespielt hatte. Die hochschwangere Sängerin nutze dieses große Podium, um die Missstände in der Welt wie z.B. die Inhaftierung ihres Ehemanns David Harris anzuprangern. Anschließend nahm sie ihre Gitarre herunter und sang "Swing Low, Sweet Chariot". Als sie ihren Auftritt mit "We Shall Overcome" beendete, begann ein Wärmegewitter, wodurch innerhalb von ungefähr drei Stunden über 12 cm Regen fielen.

 Joan Baez

Samstag, 9. März 2013

Zwischen Eins Und Vier

Zwischen Eins Und Vier


Die Luft is voll mit Lärm und Rauch
Des is die Mischung, die i brauch.
In meiner Hand a Achterl Wein,
Es wird heut net des letzte sein.

Es riacht so stickig und vertraut,
Und die Musik is vü zu laut.
Du stehst allanich in am Eck,
Der Krampf im Bauch geht langsam weg.

Hat Dir die Nacht ihr siaßes Gift erst injiziert,
Gspürst, wie so vieles glei an Wichtigkeit verliert.
A echtes Gfühl reißt wia a Wund'n auf in Dir 
Zwischen Aans und Vier.

A Bsoffener steht neben Dir,
Und unterhalt se mit seim Bier.
Weil, was er sagt, kan intressiert,
Und eahm a jeder ignoriert.

Es is die Zeit, wo kaner lüagt,
Weil se die Wahrheit außerwürgt.
Wenn Dir der Wein as Hirn zersetzt,
Wird jede Larv'n schnell zerfetzt.
Du haust as weg und zeigst a Gsicht.
Wia ma's beim Tag bestiimmt net sicht.

Hat Dir die Nacht ihr siaßes Gift erst injiziert,
Gspürst, wie so vieles glei an Wichtigkeit verliert.
A echtes Gfühl reißt wia a Wund'n auf in Dir
Zwischen Aans und Vier.

Des graue Licht is no so weit,
Es trennt uns fast a Ewigkeit.
Von der Vernunft, die nüchtern macht.
Und jede Wärme, die ma gspürn,
Sie laßt und wachsn, laßt uns blühn.
Bis der verdammte Zwang erwacht.

Hat Dir die Nacht ihr siaßes Gift erst injiziert,
Gspürst, wie so vieles glei an Wichtigkeit verliert.
A echtes Gfühl reißt wia a Wund'n auf in Dir 
Zwischen Aans und Vier.

 Reinhard Fendrich

Das Leben

Das Leben

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist,
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das Gesunden Egoismus,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT.

Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !

Charlie Chaplin

Asien und Zen






Montag, 10. Dezember 2012

Der Zauberer ist tot


Der Zauberer ist tot
Und wann amal mei Stimm vablüht.
Kann sein schon morgn, wie Löwenzahn vablüht.
Ziagts ma mei Fell ab, spannt´sas auf a Trommel.
Und laßt´sas klingen, klingen, klingen.

Weit über Wasser, Feuer, Erd und Luft.

Der Zauberer ist tot.
Der Zauberer ist tot.
Der Spiegelnarr.
Der Schwierige.
Der Märchenhund ist tot.

Und tot sein heißt er lebt.
Er wechselt nur die Gstalt.
Er geht von sich, durch sich, zu sich.
Der Zauberer... ist tot.

Das grelle Licht vom Wolkenplatz,
legt Feuer ins Getreide.
Ich seh, ich seh, was du nicht siehst.
und seh es für uns beide.

Die Hiobsbotin aus Peru,
mit Nattern in den Wangen.
Ich seh, ich seh, was du nicht siehst,
darin bist du gefangen.

Die Kleinmut ist ein Stück von Dreck.
Die schneidet dir die Aussicht.
Die schneidet dir die Einsicht.
Die schneidet dir die Zukunft weg.

Kummt's meine Freund, meine Musikanten,
singts mit mir, das alle hearn können,
das alle hearn müssen.
Weit über Wasser, Feuer, Erd und Luft!

(Der Zauberer ist tot.)
Der Zauberer ist tot.

(Der Zauberer ist tot.)
Hey, der Zauberer ist tot.

(Der Spiegelnarr.)
Der Spiegelnarr.

(Der Schwierige.)
Der Schwierige.

Der Märchenhund ist tot.
(der Märchenhund ist tot.)

Tot, na na na na!
Tot sein heißt, er lebt, er lebt.
Er wechselt nur wieder mal die Gstallt.
Er geht von sich, durch sich, zu sich.
Der Zauberer, kommt singt es,
lauter, lauter, lauter.
Der Zauberer, der Zauberer ist tot.

Und i steig, und i fall.
Wie der Herr von Albatros.
Wie die Wasserkunst im Garten von Hellbrunn.
Unter mir brennen Felder,
brennt ein Hirt und brennt ein Lamm.
Über mir, seine Herrlichkeit, der erste Maschinist.
Und sein Zögern, des san Bänder aus Messing.
Und sein Handeln, is eine Oblage.
Blitz, blitzender Blitz.
Wirf die elektrischen Schlangen.
Blitz, blitzender Blitz.
Nimm die Beruhigt, nimm deine Zangen.

Er geht von sich, durch sich, zu sich.
Der Zauberer, i sing vom Zauberer.
Der Zauberer ist tot.

Und jetzt, noch einmal,
Die Forderungen der Zauberer von Heute,
von Morgen, von Übermorgen.

Sich irren dürfen!
Verwirren dürfen!
Unlogisch handeln!
Sich lernend verwandeln!
Der Sehnsucht vertrauen!
Seltenes schaun!
Unbequem werden!
Feind sein der Herden!
Träume auch machen!
Wach sein und lachen!
Fantaschtisch erleben!
Freiheit aufgeben!

Text: Andre´Heller

Donnerstag, 29. November 2012

Oh, Marilyn Monroe

Oh, Marilyn Monroe,
oh Marilyn Monroe

Marilyn Monroe,
dein Tod kam wie ein weißer Zeppelin
flieg zu den Popcornwolken
der Atem Gottes trocknet dir den Nagellack.
Las Vegas war dein Rodeo
und New York deine Harley Davidson.
Du warst ein Teil von dem Roulette,
in dem Ameika sich selbst verspielt.

Oh, Marilyn Monroe ...

Text: A. Heller



Mittwoch, 28. November 2012

Wandlung

Ich, Tschuang Tse, träumte einst, ich sei ein Schmetterling, ein hin und her flatternder, in allen Zwecken und Zielen ein Schmetterling. Ich wusste nur, dass ich meine Launen wie ein Schmetterling folgte, und war meines Menschenwesens unbewusst. Plötzlich erwachte ich, und da lag ich: wieder „ich selbst“. Nun weiß ich nicht: war ich da ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich jetzt ein Schmetterling, der träumte er sei ein Mensch? Zwischen Mensch und Schmetterling ist eine Schranke. Sie überschreiten ist Wandlung genannt.

 Tschuang Tse